Houverath (Huverod)


Houverath Ortsmitte

LAGE

Koordinaten: 50° 32′ 30″ N, 6° 54′ 7″ O
Höhe: 354 m ü. NN
Einwohner: 666 (Stand: 31.12.2015)

Die Landesstraße 497 zweigt von der Landesstraße 113 (Rheinbach – Mahlberg) ab und führt durch den Hauptort der umliegenden Dörfer in Richtung Sahr- und Ahrtal. Der nächste Ort in diese Richtung ist in ca. 2,8 km Kirchsahr. Am östlichen Ortsrand fließt der Houverather Bach. Dahinter erhebt sich der Rothenberg in Richtung der Ortschaft Eichen. Im Westen schließt nach ca. 800 m das Nachbardorf Limbach an. In südlicher Richtung nahe der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz befindet sich die alte Houverather Mühle.

Im Ortskern nahe des Gasthofs Eifeldom befindet sich die Bushaltestelle „Limbacher Str.", sowie in Höhe der Raiffeisenbank die Haltestelle „Ochsenbendchen". Wenige Fahrten führen auch über die Haltestelle „Eifeldomstr.". An der Einmündung zu Kreisstraße 52 in Richtung Lanzerath besteht eine Haltestelle „Kirchsahr Abzw.". Weitere Infos siehe Verkehr/ÖPNV.

INFRASTRUKTUR

Prägender Mittelpunkt des Ortes ist die katholische Sankt-Thomas-Kirche, auch volkstümlich „Eifeldom" genannt. Dort befinden sich auch der Friedhof und das Pfarrheim. Weiterhin sind im Ort eine Kindertagesstätte, eine Grundschule, eine Mehrzweckhalle, ein Sportplatz, ein Spielplatz und eine Raiffeisenbank ansässig. Am Ortsmittelpunkt der Straßenkreuzung Eifeldomstr./Limbacher Str./Eichener Str. befindet sich der Gasthof Eifeldom. In seiner Nähe auf der Eifeldomstr. liegen auch ein Lebensmittelgeschäft, ein Blumenladen, ein Geschenkelädchen und ein Friseur. Am Ortsrand in Richtung Sahrbachtal befindet sich das Hotel Hochthürmer-Blick. Ferner gibt es einen Campingplatz am Houverather Bach. Die ärztliche Versorgung ist durch eine Allgemeinmedizinerin sichergestellt.

GESCHICHTE

Houverath-alt
Kartenausschnitt nach Tranchot/Müffling (1801-1828),
Quelle: Reproduktion Geobasis NRW
1190 wird der Ort Houverath erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit hieß der Eifelort noch Houveroedh, was so viel wie Heurodung bedeutet, d.h. dass an dieser Stelle wohl eine Rodung zwecks Heugewinnung vorgenommen worden ist. Der Ort war damals bereits seit drei Generationen im Besitz der Grafen von Vianden. Deren Besitz ist rund 200 Jahre später im Eigentum der Grafen von Blankenheim, die bis zum Einmarsch der Franzosen ins Rheinland (1794) die Landeshoheit über Houverath ausüben. Gemeinsam mit Limbach bildete Houverath einen Gerichtsbezirk.

Von 1816 bis 1969 war Houverath eine selbständige Gemeinde, zu der auch die Ortschaften Eichen, Lanzerath, Limbach, Maulbach, Scheuren und Wald gehörten. Seit 1969 ist Houverath ein Ortsteil von Bad Münstereifel.

Der Ortsname Houverath überlagerte den Namen des alten Siedlungskerns um die alte Kirche, der im Mittelalter Obersahr hieß – in Abgrenzung zu den ebenfalls am Sahrbach gelegenen Orten Burgsahr und Kirchsahr. Die Kirche in Obersahr wird im Liber valoris (histor. Steuerverzeichnis der Kölner Erzbischöfe) um 1300 bereits als Pfarrkirche genannt. Ursprünglich soll sie eine Marienkirche gewesen sein. 1611 soll sie dem Apostel Thomas geweiht worden sein, der aber bereits im 15. Jahrhundert ein Nebenpatron gewesen sein könnte, wie die Thomasglocke aus dem Jahr 1495 nahe legt. Diese vermutete Neuweihe von 1611 fällt zeitlich zusammen mit der Rückkehr der Houverather zum Katholizismus. In der Grafschaft Blankenheim hatte es den Versuch gegeben, das Lutheranertum einzuführen, doch kehrte man anfangs des 17. Jahrhunderts wieder zum katholischen Glauben zurück.
Die alte Kirche im Sahrbachtal geht in ihren ältesten Teilen vermutlich auf das 12. Jahrhundert zurück. Im 15. Jahrhundert wurde sie umgebaut und 1764 restauriert und nach Westen verlängert. Eine umfangreiche Instandsetzung wurde 1935 durchgeführt. Die neuromanische Pfarrkirche St. Thomas wurde 1913 errichtet und von 1969 bis 1971 restauriert.